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Alfred Barnard

Alfred Barnard (*8. Mai 1837; †Ende Mai 1918) war ein britischer Autor und Whiskyjournalist, der sich sehr für die Herstellung von Whisky, später auch für Biere, interessierte. Er wuchs als zweitjüngster Sohn einer Lebensmittel- und Tuchhändelfamilie in Thaxted, Essex, auf. Mit 22 Jahren ehelichte er die aus dem benachbarten Great Sampford stammende gleichaltrige Fanny Ruffle und zog mit Ihr als Tuch- und Seifenhändler nach London. Erst um 1871 etablierte er sich als Spirituosenhändler in Kingston upon Thames. Ab Anfang der 1880er Jahre war Barnard auch als Journalist für Harper’s Weekly Gazette tätig. Das Interesse für das schottische Nationalgetränk bewog ihn in den Jahren 1886 zum Besuch von insgesamt 161 Destillerien in Schottland, Irland und England. In seinem 1887 erschienen Mammut-Werk „The Whisky Distilleries of the United Kingdom“ beschreibt er penibel die Produktionsanlagen und -mengen der einzelnen Destillerien. Nebenbei aber auch die Reisen und genau das macht dieses Werk so sympathisch und noch heute so lesenswert. Leider ist die deutsche Ausgabe eines der meistgesuchtesten Bücher für Deutsche Whiskyenthusiasten.
1902 wurde die Harper’s Weekly Gazette der Verlag in eine Limited Company umgewandelt. Hauptanteilseigner wurde ab diesem Zeitpunkt auch Alfred Barnard. Sein Sohn, Harold Barnard, fungierte dort als Manager. Im Jahr 1910 muss der Verlag Insolvenz anmelden und wurde verkauft. Damit endete wahrscheinlich auch Bernards journalistische Tätigkeit, denn ab dieser Zeit ist belegt, dass er in Wallington und South Croydon als „Journalist im Ruhestand“ gemeldet war. Beide Orte sind von einem einfacheren sozialen Umfeld geprägt, als seine vorherigen Wohnorte, was einen sozialen Abstieg vermuten lässt. Alfred Barnard starb im Alter von 81 Jahren, wahrscheinlich wurde er auf dem Croydon Cemetery bestattet.
L. E.