Foto:WCN

Edradour Destillerie – klein aber fein

Wenn es in Schottland eine Destillerie gibt, welche als „schnuckelig“ bezeichnet werden kann, ist das die Edradour Destillerie. Sie liegt eine dreiviertel Meile östlich von Pitlochry direkt am Edradour Burn. Die weißgetünchten Gebäude mit den schwarzen Dächern, den roten Fensterrahmen und Türen sowie der mehr oder weniger durch die Destillerie führende Bachlauf bilden ein wunderschönes Ensemble, das einen Besucher, welcher das erste Mal die Destillerie besucht, meist verzückt.
Zu den Anfängen Edradour`s gibt es nur unvollständige Angaben. Fest steht, dass kurz nach dem Excise Act im Jahr 1823 eine Gruppe örtlicher Farmer unter der Führung eines Duncan Forbes beschlossen hatte, ihre Schwarzbrennerei zu legalisieren. Sie erwarben 1825 eine Lizenz und machten sich daran in dem abgelegenen Gehöft, in welchem sie wahrscheinlich bislang ihren Schwarzbrand hergestellt hatten, ihre legale Destillerie zu betreiben und nannten sie Glenforres. Einige Jahre später, im Jahr 1834, beschloss die Gruppe um Forbes ihre Destillerie zu erweitern. Ab 1837 mieteten offiziell James Scott und Duncan Stewart die Destillerie und nannten sie ab diesem Zeitpunkt Edradour, was im schottisch-gälischen bedeutet „zwischen zwei Flüssen (oder auch: Wassern)“.
Am 22. Juli 2002 wechselte Edradour für etwa 3,5 Millionen GBP an Andrew Symington, Inhaber des Independent Bottlers „Signatory Vintage Scotch Whisky Co.“. Nach dem Erwerb übertrug dieser nach und nach das Geschäftsmodell eines unabhängigen Abfüllers auf Edradour, d. h. die Art und der Umfang der offiziellen Abfüllungen wurde ausgebaut. Es gibt sowohl eine 10jährigen Standardabfüllung und eine Abfüllung vom Independent Bottler „Signatory Vintage Scotch Whisky Co.“, welche gegenüber der Standardrange ungefiltert ist. Ab 2003 wird bei Edradour auch getorfter Whisky gebrannt und wird unter dem Label Ballechin vermarktet.
L. E.