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Der Harzer Whisky – Hercynian Distilling Co. / Hammerschmiede

Nur etwa 18 km nordwestlich von Nordhausen liegt im beschaulichen Straßendorf Zorge unweit der Niedersächsischen Landesgrenze zu Thüringen die Hercynian Distilling Co./Hammerschmiede. Für den Whisky Club Nordhausen ist der Besuch der nächstgelegenen Destillerie eine Pflicht, auch wenn diese (bedauerlicherweise) in Niedersachsen, anstatt in Thüringen liegt.
Im Februar 2018 kann das Unternehmen bereits auf eine über 15 Jahre Tradition bei der Herstellung von Whisky zurückblicken. Ursprünglich im Nachbarort Wieda angesiedelt, wechselte der Inhaber in den ersten Aprilwochen 2005 den Standort in das alten Kurhauses von Zorge.
Die Besichtigungstour der Destillerie beginnt bereits vor dem Betreten des Gebäudes. Unmittelbar neben dem Parkplatz stehen verschiedene Fässer zur Besichtigung bereit. Die dort angebrachten Erklärungen erläutern hervorragend, um welche Fassarten es sich handelt und wozu diese eingesetzt werden. Dort sind u. a. Sherry Butts, Hogsheads und verschiedene Weinfässer aufgebaut. Der eigentlich Rundgang startet im Shop der Destillerie. Vor dem Betreten der Produktion erhält der Gast zunächst einen Einblick zu den bisherigen Abfüllungen, erklärt von einem gleichsam fachkundigen und unterhaltsamen Führer.
Danach geht es los. Zunächst sind die Gärbottiche zu besichtigen, bevor der Brennraum betreten werden darf. Die Brennblasen sind im Verhältnis zu den Schottischen Ausführungen wirkliche Miniaturen. Spätestens hier wird jedem Gast klar, dass die Hercynian Distilling Co./Hammerschmiede eine richtige Whiskymanufaktur ist, und keine Whiskyindustrie. Unmittelbar neben den Stills etikettiert ein Mitarbeiterin per Hand die Flaschen, wobei sie nicht nur das Frontlabel, sondern auch das Wachsetikett an der Flaschenschulter anbringt. Letztes erinnert den Verfasser dieser Zeilen an die alte Tradition, den Flaschenverschluss einer Whiskyfläche mit Wachs zu versiegeln. Gerade wird eine Charge des „Top Sellers“ – der The Glen Els Journey – fertiggestellt.
Am Ende des Rundgangs erhält jeder Gast eine Kostprobe. Ungewöhnlich, der Gast bekommt keinen Whisky zur Verkostung, sondern einen Schluck vom Feinbrand. Das ist jenes Destillat, welches der Brennmeister zuvor vom Vor- und Mittellauf abgetrennt hatte und direkt aus der Destillationsapparatur gezapft wurde. Würzig, fast schon nussig im Aroma gibt dieses Destillat der Ursprung des Harzers Whisky wieder und gibt gleichzeitig einen Vorgeschmack auf die späteren Abfüllungen. Abschließend geht es ins Fasslager zur Besichtigung der schlafenden Fässer. Schlussendlich hat der Gast die Möglichkeit im Shop noch auf „eigene Faust“ weitere Verkostungen vorzunehmen. Die Mitglieder des Whisky Club Nordhausen waren begeistert von der Führung und freuen sich auf ein Wiedersehen.
L. E.

Hinweis: Im September 2019 endete die Verwendung des Namens „The Glen Els“, fortan verwendet die Destillerie den Namen „ELSBURN“.